Pune, 17. März 2002

Die meiste Zeit im März 2002 verbrachte ich in Pune, Indien. Der Vorteil war, dass ich mich unter einigermassen passenden Bedingungen auf den Marathon des Sable vorbereiten konnte. In Pune ist es nämlich in März Sommer mit Temperaturen bis zu 35-40°C. Der Nachteil ist, dass es keinen Marathon zum Sammeln gibt.

Jedoch: wenn es dann schon keinen Marathon gibt, warum dann nicht selbst einen organisieren?! Das war dann die Geburtsstunde der Trinakria-Läufe! Der Parcours war schnell gefunden, üblicherweise trainiere ich in Pune auf einem schönen Hügel namens "Law College Hill". Dieser Hügel liegt mitten in der Stadt und gehört zu einer geologisch sehr alten Gebirgskette (Decan), die die fast die ganze Westküste von Indien säumt. Durch das Alter sind die einzelnen Hügel oben flach. Auf dem "Law College Hill" hatte ich bis zu diesem Marathon über 850 km trainiert. Nebst der schönen Umgebung ist der Hauptgrund, dass man weitgehend verschont bleibt, von dem, für indische Städte typischen, Rauch der Holzfeuer (Kochen) am Morgen.

Zufälligerweise mailte ich vorher noch mit Christian Hottas vom 100 Marathon-Club Deutschland, der mir die Regeln des DNF (Did Not Finish?) für einen "zählbaren" Marathon angab:

a) Korrekte Distanz: Die Strecke ist mir schon lange bekannt, nämlich meine Trainingsstrecke, ca. 1.1 Km zwischen einem alten Eingangstor und einem Messpunkt nach einer Sendestation. Auf halbem Weg gibt es einen Betonring, in dem meistens Wasser ist, welches man zum Kühlen brauchen kann. Bewusst bin ich eine Ueberdistanz gelaufen damit es diesbezüglich keine Reklamationen gibt!
b) mindestens 3 Teilnehmer: Hierbei ist es nicht relevant wieviele und wo Teilnehmer ausfallen. Ich suchte und fand zwei Mitstarter.
c) Ankündigung vorher: Einige Leute der Firma mit denen wir in Pune zusammen arbeiten (Baroc Technology Pvt. Ltd. www.baroc.co.in) waren über mein Vorhaben orientiert.

Mein langjähriger Geschäftspartner Marc Schild war zusammen mit mir in Pune und war freundlicherweise bereit die Rolle als Coach, Verpfleger und Schiedsrichter auf sich zu nehmen. Damit die Seriösität, mit der wir die Sache angegangen sind, für alle ersichtlich ist, habe ich das Lauf-Protokoll nebenan aufgenommen. Ich danke Marc ganz herzlich für das Ausharren in einer weitgehend schattenlosen Umgebung!

Der Lauf verlief (schöne Wortspielung) ohne Probleme. Start ca. 07:00 Uhr. Leider mussten meine Mitstarter aus mir unbekannten Gründen ziemlich schnell aufgeben. Die ersten 20 km alles OK, danach wurde es heiss (über 35 Grad) und hart. Es war typisch, dass nach ca. 10:00 Uhr kein einziger Inder mehr zu sehen war. Die wissen schon warum! Die zweite Hälfte ging trotz allem auch vorbei, jedoch mit regelmässigen Laufpausen. Gesamthaft brauchte ich für die ca. 47.3 Km 05:45:25! Der Durchschnitt von 07:18/km ist für meine Verhältnisse nicht einmal so schlecht. Ca. 5 Liter getrunken (Salzwasser und Sirup). Es ist wirklich ein ganz anderes Gefühl solo unterwegs zu sein! Werde ich sicher noch mehrmals machen!

 
 
 
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