Basel,  3./4. Mai 2003

Nachdem ich in 2000 und 2002 am 12 Stundenlauf teilgenommen hatte, habe ich mich für 2003 für einen 24 Stünder angemeldet. Um ehrlich zu sein, habe ich mich angemeldet in einer Zeit als ich, in der Erholungsphase einer Sportverletzung, noch voll am Walken war und mir 24 Std. Gehen nicht so arg schlimm vorkam. Nachdem ich wieder am Laufen war, beschloss ich dann den 24 Stunden als Läufer anzugehen. Karola und Lea hatten mir ihre Unterstützung zugesichert und würden, akzeptables Wetter vorausgesetzt, sogar im Zelt übernachten. Ich hatte mich wie üblich vorbereitet und seit anfang 2003 jeden zweiten Tag ca. 10 Km. trainiert, zu letzt auf der OriginalStrecke im "Jöggeli" (Grün-80) wo der 24 Stundenlauf effektiv ausgetragen wird. Als Ziel hatte ich mir 100 Meilen gesetzt (ca. 161 km). Die Rennstrecke ist ein Rechteck und misst 1141.86 Meter.

Der Start war am 3. Mai 12:00 Uhr bei schönem Wetter. Ich hatte beschlossen solang wie möglich betont zurückhaltend zu laufen (Joggen) mit dem ersten Ziel 100 Km. Dies schaffte ich mit nur wenigen "Gehrunden" in ca. 13 Stunden. Den Rest (11 Std. und 61 Km) legte ich jede Runde die erste Hälfte im Gehen und die zweite Hälfte im Laufen zurück. Ich hatte ausgerechnet, dass ich so die 161 km oder 100 Meilen schaffen würde. Ich war sehr glücklich, dass das auch gelang! Mein Resultat: 165.943 Km! Ich fühlte mich wirkich noch einigermassen OK nach dem Zieleinlauf. In 2000 und 2002 war ich nach 12 Std. wirklich kaputt!

Einige Resultate: Marathondistanz (37 Runden): 05:06:27, 50K (44 Runden): 06:08:16, 100 Km (88 Runden) 13:20:17. In 24 Std. 165.94 K (> 100 Meilen, 145.4 Runden) Im Klassement Herren ab 50 Jahre endete ich als 5. von ca. 20 Teilnehmer. Für mich war das Erreichen von > 100 Meilen jedoch entscheidend!

Sehr wichtig war für mich die Anwesenheit und Unterstützung von Karola und Lea! Hat mich mächtig motiviert sie immer wieder zu sehen. Während dem Lauf besuchten uns verschiedene Freunde und Bekannte, einige besuchten uns sogar mehrmals in den 24 Std. Leider hat man keine Zeit sich bei den Besuchern, worüber man sich jedoch sehr freut, erkenntlich zu zeigen. Ein Lauffreund, Andreas Zillig, der sogar extra aus der Ostschweiz angereist war um mit mir die letzten und schwierigsten Runden mit zu laufen, wirklich Super! Das Bild oben (kurz vor 100 Meilen) hat übrigens auch Andreas gemacht.

Ein weiterer Aufsteller war ein Geschenk von Hugo Pelikan, ein guter Bekannter von Karola. Er hat mir spontan eine Lymphdrainage nach dem Ziel geschenkt, ein herrliches Gefühl nach 24 Std. auf einem Massagetisch zu liegen und seine müde Beinen verwöhnen zu lassen. Uebrigens ist das sicher auch der Hauptgrund warum meine Beine bereits nach 2-3 Tage nicht mehr Steiff waren, nach dem 12 Stundenlauf in 2002 brauchte ich über eine Woche bevor ich wieder akzeptabel laufen konnte!

Wie bei den vorigen zwei Läufen war die Stimmung perfekt! Für einen Veganer gab es ein traumhaftes Verpflegungsangebot. Die Zähler, Betreuer und andere Helfer sind derart aufgestellt und freundlich, man kann sich das kaum vorstellen. Für mich ist es ganz klar, wenns auch nur einigermassen möglich ist, werde ich in 2004 wieder dabei sein!

 

 

Vor und nach dem Lauf wurde ich einige Malen gefragt, was dann so motivierend daran ist 24 Stunden die gleichen Runden zu laufen. Nach einigen Ueberlegungen, meine ich diese Frage nun beantworten zu können: in dem man immer die gleiche relativ kurze Strecke lauft, verliert die Umgebung immer mehr EInfluss auf das Denken während dem Lauf. Dadurch konzentriert man sich zwangsweise auf sich selber und seine Gedanken. Die zwangsweise Beschäftigung mit einer relativ einfachen und sich klar manifestierenden Körperbewegung (Laufen), macht es dann wieder schwierig lange und tiefergehende Gedankengänge zu machen, das Resultat ist, dass man geistig immer "leichter" wird. Auf mich hat es die gleiche Wirkung wie Meditieren in der buddhistischen Prägung (Samatha und Vipassana). Natürlich macht jeder in dieser Hinsicht seine eigene Erfahrungen.

 

 
 
 
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