Karlsruhe, 16. September 2001

In guter Stimmung gingen wir, Karola, Lea und mein Freund Igor, nach Karlsruhe. Das Wetter hatte beschlossen wechselhaft zu sein und von Zeit zu Zeit regnete es. Dadurch hielt sich die Stimmung bei den fast 6'000 Teilnehmer in der Olympiahalle durchaus im Rahmen und - weil niemand zu früh nach drausen wollte - gab es in der Halle ein grosses Gedränge. Nach meinen Berechnungen würden die Letzten in der Schlange vor den Toiletten erst nach der Siegerehrung an der Reihe sein.

Der Start war jedoch gut organisiert: verteilt über zwei Bahnen waren die Teilnehmer aufgrund der zu erwartenden Zeit in Blöcke eingeteilt. Der Parcours ging durch die Stadt (nicht durch die Innenstadt) und durch die Umgebung von Karlsruhe sodass grosse Strecken durch die grünen Erhohlungsgebiete gingen. Dadurch war es für uns Läufer abwechslungsreich und verkehrsarm. Die Strassen waren ohnehin "einbahnig" vor den normalen Verkehr gesperrt.

Die Verpflegung war ebenfalls prima organsiert, alle 5 Km einen Posten mit Wasser, Mineralgetränk und in den letzten 2/3 Bananen. Auf einer Strecke mit "Gegenläufer" kam der Spitze vorbei. Schön zu sehen, so richtige Laufmaschinen! Auf halbem Weg verliessen uns die "Halbmarathöner". Mit einem etwas schwereren Gemüt begannen wir die zweite Hälfte. Nicht so ganz leicht weil nun nur noch wenig Läufer auf der Strecke waren und es ziemlich häufig regnete. Zum Glück zeigte sich gegen Schluss eine ziemlich wässerige Sonne.

Ab Anfang konnte ich ein gutes (nicht allzu schnelles) Tempo halten, knapp unter 6 Minuten pro Kilometer. Zu meiner Freude blieb der Einbruch nach 30 Km aus und zum ersten Mal in meiner Läuferkarriere (wirklich!) konnte ich die ganze Strecke in einem gleichmässigen Tempo von 6 Min./Km. rennen und brauchte keine Gehpausen! Mit dieser Tatsache und dem Resultat von 04:09 war ich sehr glücklich. Ich bin überzeugt, dass ich das meiner Trainingsdisziplin und den täglichen Gymnastik-Uebungen verdanke. Ich bin nun ziemlich zuversichtlich, dass ich es schaffen werde einen der nächsten Marathons unter 4 Stunden zu machen. Igor brachte seinen Lauf 4:27 hinter sich. Ein gutes Resultat für seinen zweiten Lauf!

Durch das wechselhafte Wetter war die allgemeine Stimmung in Karlsruhe nicht überwältigend. Auch die Logistik am Ziel bei den Getränke- und Imbiss-Ständen war nicht optimal. Die Pfandbecher sollten theoretisch gegen ein Pfand von DEM 1.-- (die letzten vor dem Euro) zurückgegeben werden, niemand der Handeltreibenden erklärte sich jedoch bereit die Becher gegen bares Geld einzutauschen.

Trotz allem habe ich vor, nach Karlsruhe zurückzukehren, es ist halt relativ nah.

 

 
 
 
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